Okay. Das Workaholic-Dasein wird langsam beängstigend. Oder wer macht schon abends um 9 Uhr noch Hausaufgaben?!
Aber mir soll’s recht sein. Ich hoffe, dass diese Disziplin auch die nächsten sechs Wochen noch hier bleibt.
Allerdings gibt es wie überall im Leben immer positive und negative Seiten. Während andere sich vermutlich um diese Zeit für den Ausgang schminken, an diesem schönen Sommerabend ein kurzes, sexy Kleid anziehen und sich mit Freunden amüsieren, sitze ich zu Hause und lerne. Irgendwie armselig. Nun ja, das ist es auch schon, wenn man das Lernen wegstreicht und so ist es dann, wie es sonst immer wäre bei mir. Denn, wenn man mal bemerkt, dass das abendliche Ritual von Filme schauen und American Cookies essen nicht der beste Weg ist, abzunehmen, dann fällt einem auch auf, wie leer der Abend plötzlich ist. Was soll man abends machen, alleine? Wenn man nicht jeden Abend einen Film schauen möchte? Denn das ist genau das, was ich die letzten paar Jahre immer gemacht habe. Während andere mit Freunden abhingen oder in den Ausgang gingen, sass ich zufrieden Zuhause und habe Filme geschaut oder im Internet gesurft. Irgendwann merkt man dann halt, dass nicht das ganze Leben, aus Filmen, Computer, Hobbies und Schule besteht. Dann ist man aber schon einsam. Bin ich einsam. Oder zumindest einsamer als andere. Zu meinem Freundeskreis zählen etwa 4 1/2 Mädchen. Vielleicht sind’s auch nur 4.
Aber ich tue mich allgemein schwer mit neuen Bekanntschaften. Ich weiss nie, wie diese Person tickt, was sie denkt, was sie von mir hält, ob sie überhaupt was zu tun haben will mit mir. Das versuche ich immer zuerst heraus zu finden. Allerdings schaffe ich es auch dann nicht auf diese Person zu zugehen. Ich bin zurückhaltend. Erst wenn jemand auf mich zukommt, dann versuche ich selbstbewusst und freundlich zu wirken (- was mir … meistens bis manchmal gelingt).
Und dann sehe ich andere, die sich problemlos mit Leuten unterhalten können, die sie nicht gut kennen oder mit denen sie sonst nicht allzu viel sprechen und ich frage mich: Wieso kann ich das nicht? Wieso kann ich nicht einfach alles vergessen und einfach auf diejenigen Personen zugehen? Auch wenn andere Leute rundherum sind. Wieso kann ich nicht an einer Diskussion mitreden, an einem Gespräch mich beteiligen, wo ich ja doch alle kenne? Wieso geht das nicht?!
Ich getraue mich nicht. Und ich fühle mich auch noch nicht bereit, es zu versuchen. Wenn ich etwas neues mache, etwas an mir verändern will, dann muss ich mich immer auf das konzentrieren. Ich kann nebenbei nicht noch auch einen Workaholic “züchten” … Ich bin zu sensibel.
Wenn ich mich etwas nicht traue, es versuche und es danach meiner Meinung nach völlig verbockt habe, dann schmerzt das. Es schmerzt, weil ich wieder all die negativen Punkte an mir sehe. Weil es mich dann wieder daran erinnert, dass ich mich eigentlich gar nicht mag und mich frage, wieso ich so sein muss, wie ich bin.
So kleine Dinge treffen mich so stark.
Und ich kann es nicht ausstehen …
Aber wie ihr gehört habt, läuft die “Mission:Workaholic” noch sehr gut. Ziemlich gut. Dieses Wochenende wird zwar ein furchtbarer Stress und ich habe Angst, dass ich die 9 Mathethemen, die ich bis übernächste Woche können muss, (lange) nicht verstehen werde, aber ich werde mich zusammenreissen. Und morgen Morgen beginnt das um 9 Uhr. Oder besser noch früher.
Ich hoffe euch geht es allen gut, (oder wenigstens immer wieder mal gut – wie mir) und habt ein schönes Wochenende!
Liebe Grüsse
das maskenmädchen

